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Lanzarote

    Montaña Colorada from the air, a red volcanic cone in the black lava field of Lanzarote
    Kanarische InselnSpanien

    Caldera de los Cuervos: Lohnt der 49-€-Ausflug ab Arrecife?

    by Jan Madeus 30 Oktober 2026
    written by Jan Madeus

    Besucht: 28. Oktober 2026, bei einem Anlauf der MS Amadea.

    Der Ausflug „Welt der Vulkane“ führt an die beiden Enden desselben Ausbruchs: zur Caldera de los Cuervos, wo sich am 1. September 1730 der Boden öffnete, und an den Fuß der Montaña Colorada, die im April 1736 als letzter Schlot erlosch. Dazwischen liegen 2.055 Tage. Die Reederei verlangt dafür 49 € für rund vier Stunden. Die Wanderung selbst ist etwa vier Kilometer lang, leicht, und kostet nichts. Bei einer Liegezeit von 07:00 bis 14:00 Uhr ist sie der ganze Hafentag.

    Der flache Kegel der Caldera de los Cuervos auf Lanzarote mit Wanderern auf dem Weg davor
    Die Caldera de los Cuervos. Die Figuren am Fuß geben den Maßstab — der Kegel ist niedriger, als er auf Bildern wirkt.

    Was der Ausflug wirklich anfährt — und was nicht

    Das ist der Punkt, an dem die meisten Erwartungen danebenliegen, und es lohnt sich, ihn vor der Buchung zu klären: Dieser Ausflug fährt nicht in den Nationalpark Timanfaya hinein. Die Montañas del Fuego mit dem Islote de Hilario, den geothermischen Vorführungen und der Busrundfahrt sind nicht enthalten. Die Beschreibung sagt es korrekt, aber beiläufig: „Busfahrt bis zum Rand des Nationalparks Timanfaya.“

    Gelaufen wird im Parque Natural de Los Volcanes, dem Naturpark, der an den Nationalpark grenzt und dieselbe Lava trägt. Das Informationszentrum am Ende ist das Besucherzentrum Mancha Blanca, das Besucherzentrum des Nationalparks — aber es liegt außerhalb der Eintrittszone.

    Beide Ziele sind frei zugänglich. Wer das weiß, bewertet die 49 € anders: Man bezahlt den Bus, die Führung und die Organisation, nicht den Zugang.

    Schotterweg durch die Bresche in den Krater der Caldera de los Cuervos, Lanzarote
    Blick von oben in den Krater der Caldera de los Cuervos mit dem Pfad auf dem Kraterboden

    Wo liegt das Schiff in Arrecife?

    Am Puerto de los Mármoles, dem Frachthafen nordöstlich der Stadt. Es wird längsseits festgemacht, kein Tender. In die Innenstadt sind es rund dreißig Minuten zu Fuß; ein Taxi kostet etwa zehn Euro pro Wagen. Einen Shuttle gibt es meist, aber in der Regel nicht kostenlos. Im Terminalgebäude sitzen Touristinformation und mehrere Mietwagenschalter — das ist für diesen Hafen die praktisch wichtigste Information, weil fast alles, was Lanzarote lohnend macht, außerhalb von Arrecife liegt.

    Caldera de los Cuervos: der erste Schlot

    Am 1. September 1730 riss hier der Boden auf. Nicht irgendwo auf der Insel — hier. Dies war die erste Öffnung. Man geht durch eine Bresche in den Krater hinein, und der Boden liegt tiefer als das Gelände draußen. Hier stand einmal ein See aus Lava.

    Der Ausbruch, der an dieser Stelle begann, dauerte 2.055 Tage bis zum 16. April 1736 — fünf Jahre und gut sieben Monate. Am Ende lagen rund 23 Prozent der Insel unter frischer Lava und Lapilli; 26 Siedlungen verschwanden darunter. Eine davon hieß Timanfaya und gab dem Nationalpark später den Namen.

    Er war nicht nur lang, sondern auch groß. Die neuere Kartierung gibt das Lavafeld mit 146 Quadratkilometern an; ältere Schätzungen reichen von 150 bis 226, im Mittel 187. Ein einzelner Strom lief 21,7 Kilometer weit. In der ersten Phase stand eine Eruptionssäule von mindestens acht Kilometern Höhe über der Insel. Nach Laki auf Island gilt dies als der zweitgrößte basaltische Lavastrom der letzten fünfhundert Jahre.

    Wir wissen das Anfangsdatum, weil es jemand aufgeschrieben hat: Andrés Lorenzo Curbelo, der Pfarrer von Yaiza. Sein Manuskript ist verschwunden. Was heute zitiert wird, ist eine spanische Rückübersetzung aus dem Französischen, das aus dem Deutschen übersetzt wurde, das aus dem verlorenen spanischen Original kam. Drei Übersetzungen. Historiker haben darin falsche Daten und vertauschte Ortsnamen nachgewiesen. Das Anfangsdatum hat gehalten.

    Und das Gestein arbeitet weiter: Eine 2022 veröffentlichte Satellitenstudie hat gezeigt, dass die Lavafelder von Timanfaya fast drei Jahrhunderte nach dem Ausbruch immer noch absinken.

    Schild im Naturschutzgebiet auf Lanzarote mit der Aufforderung, den Pfad nicht zu verlassen
    Wegweiser zwischen Lavablöcken im Parque Natural de Los Volcanes, Lanzarote

    Was auf dreihundert Jahre altem Basalt wächst

    Was eine Landschaft normalerweise altern lässt, fehlt hier. Die Lava sieht aus wie von letzter Woche. Und doch wächst etwas darauf: weiße Büschel auf schwarzem Gestein, eine Flechte. Sie lebt nicht vom Regen, sondern vom nächtlichen Tau und vom Salzdunst, den der Passat heranträgt. Wie schnell sie wächst, ist nie gemessen worden. Die Parkverwaltung schreibt nur: sehr langsam.

    Dazwischen, in den Rissen, stehen einzelne gelbe Blüten. Sie sind der Grund für das Schild am Wegrand: Den Pfad nicht verlassen. Was hier auf eigene Faust zertreten wird, wächst in einem Menschenleben nicht nach.

    Gelbe Blüten auf Lavagestein im Naturpark Los Volcanes, Lanzarote

    Montaña Colorada: der letzte Schlot

    Der Berg am Ende der Wanderung ist der letzte. Die Montaña Colorada, der „Bunte Berg“, brach im April 1736 auf — in den letzten Wochen des Ausbruchs. Im Krater liegt ein erstarrter Lavasee, und am Hang liegt eine Lavabombe, die beim Ausbruch hierher geschleudert wurde.

    Wir sind an diesem Vormittag vom ersten Schlot zum letzten gegangen, in zwei Stunden. Der Ausbruch hat ein Anfangsdatum und ein Enddatum; beide stehen in Akten. Das Gestein hat keines.

    Die rote Flanke der Montaña Colorada über schwarzem Lapilli, Lanzarote
    Der Kegel der Montaña Colorada mit niedrigem Bewuchs an den Hängen, Lanzarote
    Die Montaña Colorada aus der Luft, roter Krater im schwarzen Lavafeld, Lanzarote
    Aus der Luft trennt sich, was am Boden ineinanderläuft: das Rot des jungen Kegels gegen das Schwarz des Feldes.

    Warum die Montaña Negra schwarz ist

    Nebenan steht ein zweiter Berg, dunkel und weicher in der Form. Die Tafel am Weg erklärt den Unterschied, und er ist das Gegenteil dessen, was man vermutet: Die Montaña Negra ist nicht jung, sondern mehrere tausend Jahre alt. Ihre Form ist deshalb abgerundet — und ihre Farbe stammt nicht von ihr selbst.

    Der Ausbruch von 1730 hat die alten Berge in der Nachbarschaft mit einer Schicht Lapilli überzogen, auf der Insel „Rofe“ genannt. Das feine Material glättet die Barrancos, lässt die Formen jünger erscheinen, als sie sind, und deckt die ockerfarbenen und rötlichen Töne mit Schwarz zu. Daher der Name. Die Bevölkerung hat den alten Bergen nach dem Ausbruch neue Namen gegeben.

    Der Rofe an den Flanken hat noch einen zweiten Effekt: Er hält Feuchtigkeit und macht ein wenig Landwirtschaft möglich — Wein vor allem, dazu einzelne Obstbäume. Das ist dieselbe Technik, die La Geria weiter südlich zu einem der merkwürdigsten Weinbaugebiete Europas gemacht hat.

    Die Montaña Negra aus der Luft, dunkler abgerundeter Kegel im Lavafeld von Lanzarote

    Was das Besucherzentrum Mancha Blanca bringt

    Der letzte Halt ist das Centro de Visitantes de Mancha Blanca. Eintritt frei, geöffnet täglich von 09:00 bis 16:00 Uhr.

    Es ist mehr als ein Souvenirladen mit Tafeln. Die Dauerausstellung behandelt die Entstehung der Kanaren, den jüngeren Vulkanismus, Geodynamik sowie Flora und Fauna des Parks; die Tafeln sind spanisch, englisch und deutsch beschriftet. Dazu kommen ein Simulationsraum, der einen Ausbruch mit Licht, Ton und Vibration nachstellt, ein Projektionsraum mit Simultanübersetzung ins Deutsche, ein Tastraum mit Brailleschrift für Besucher mit Sehbehinderung und ein erhöhter Steg über den Lavastrom draußen. Das Gebäude ist barrierefrei.

    Wer die Wanderung aus gesundheitlichen Gründen nicht mitmachen kann, bekommt hier den größeren Teil der Information — und zwar umsonst.

    Der weiße Eingang des Besucherzentrums Mancha Blanca mit dem Schriftzug Timanfaya, Lanzarote
    Weiße Mauer des Besucherzentrums gegen das schwarze Lavafeld, Mancha Blanca, Lanzarote

    Was kostet der Hafentag?

    Posten Preis 2026 Hinweis
    Reederei-Ausflug „Welt der Vulkane“, ca. 4 Std. 49 € Ausflugsliste MS Amadea, Phoenix Reisen, Stand August 2026
    Wanderung Caldera de los Cuervos auf eigene Faust kostenlos Sendero Tinajo Nr. 1, Parkplatz an der LZ-56 bei km 1,5
    Besucherzentrum Mancha Blanca kostenlos täglich 09:00–16:00
    Nationalpark Timanfaya, Montañas del Fuego 30 € Erw., 15 € Kinder 7–12 Unter 7 frei; letzter Zutritt 15:45; Busrundfahrt ca. 35 Min. — nicht Teil dieses Ausflugs
    Reederei-Ausflug „Panoramafahrt Lanzarote“, ca. 4 Std. 29 € Los Dolores, Durchfahrt Timanfaya, Besucherzentrum, El Golfo, La Geria
    Reederei-Ausflug „Highlights Nordlanzarote“, ca. 4 Std. 49 € Teguise, Famara, Jameos del Agua
    Reederei-Transfer „Puerto del Carmen individuell“, ca. 4 Std. 19 € 30 Min. Transfer, rund 3 Std. frei, ohne Reiseleitung
    Taxi Puerto de los Mármoles – Arrecife Zentrum ca. 10 € pro Wagen
    Taxi Arrecife – Tinajo, Festpreisliste eines örtlichen Anbieters 29 € Stand 2024; Preis und Wartezeit vorher vereinbaren

    Die Ausflugspreise stammen aus unserer eigenen Liste und fallen bei anderen Reedereien anders aus. Die Eintritte und Öffnungszeiten sind für die Saison 2026 gegen zwei Quellen geprüft; Taxipreise sind Anbieterangaben und nicht amtlich.

    Reederei-Ausflug oder auf eigene Faust?

    Die Wanderung selbst spricht klar für die eigene Organisation: Der Weg ist ausgeschildert, leicht, gut vier Kilometer lang und laut Gemeinde Tinajo in etwa einer Stunde zu gehen; der Parkplatz an der LZ-56 ist kostenlos. Der Haken liegt nicht im Ziel, sondern im Hinkommen.

    Mit dem Linienbus wird es eng. Die Linien in diese Richtung halten in Tegoyo beziehungsweise an der Haltestelle Palmera Asomada, und von dort sind es noch rund 3,3 Kilometer zu Fuß, also 40 bis 45 Minuten — je Richtung, ohne Schatten. Bei einer Liegezeit von 07:00 bis 14:00 Uhr geht das rechnerisch nicht auf.

    Mit dem Mietwagen geht es gut. Die Schalter sind im Terminal, die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde, und man ist früh genug da, um vor den Reisebussen zu laufen. Eine Einschränkung, die man vorher prüfen sollte: Seit April 2025 war der Parkplatz an der Oster-Hochsaison für private Pkw gesperrt; stattdessen fuhr ein kostenloser Shuttle ab Mancha Blanca vor der Ermita de Los Dolores, von 9:00 bis 17:00 alle 30 Minuten. Ob die Regelung dauerhaft wird, war zuletzt offen.

    Mit dem Taxi funktioniert es ebenfalls, wenn man Preis und Wartezeit vorher festlegt. Die Festpreisliste eines örtlichen Anbieters nennt für Arrecife–Tinajo 29 € je Richtung.

    Für den Ausflug spricht dann vor allem die Uhr. Sieben Stunden Liegezeit, davon etwa eine halbe Stunde Fahrt je Richtung, sind ein enges Fenster für eine Insel, auf der man ohne Fahrzeug nicht weiterkommt. Dazu kommen die Dinge, die in der Beschreibung stehen und ernst gemeint sind: begrenzte Teilnehmerzahl, feste Schuhe erforderlich, für Gäste mit eingeschränkter Beweglichkeit nicht geeignet, und für den Abstieg in den „Rabenkessel“ ist Trittsicherheit nötig.

    Und noch ein Argument, das man erst beim Rechnen sieht: Wer stattdessen in den Nationalpark will, braucht für die Montañas del Fuego ein Zeitfenster und muss spätestens um 15:45 Uhr drin sein. Bei einer Bordzeit um 14:00 Uhr fällt das ohnehin aus. Der Ausflug, der die freien Vulkane anfährt, ist bei diesem Anlauf also nicht die zweite Wahl — er ist die einzige, die zeitlich funktioniert.

    Wie auch immer Sie sich entscheiden: Seien Sie 45 bis 60 Minuten vor Bordzeit zurück an der Pier. Die Strecke führt über Landstraßen, nicht über Autobahn.

    Fotostopps und Licht

    Das stärkste Motiv dieser Route ist nicht der Krater, sondern der Kontrast: das Rot der Montaña Colorada gegen das Schwarz des Lapillifeldes. Am Boden laufen die beiden Farben ineinander, weil der Hang flach ansteigt und der Dunst die Sättigung frisst. Von oben trennen sie sich sofort. Wer eine Drohne dabei hat und sie fliegen darf, macht hier das Bild des Tages.

    Der Kraterinnenraum der Caldera de los Cuervos ist schwieriger, als er aussieht. Er ist weit, flach und gleichmäßig hell; eine Totale ergibt eine graue Schüssel. Was funktioniert, ist die Bresche als Rahmen — der Durchgang, durch den man hineingeht, mit dem Kraterrand darüber — oder eine einzelne Figur auf dem Weg für den Maßstab.

    Zur Tageszeit: Örtliche Empfehlungen nennen 8 bis 9 Uhr morgens, ab etwa 11 Uhr wird es voll. Ein Vormittagsausflug ab Arrecife liegt damit günstig. Der Passatdunst steht an diesem Küstenabschnitt oft bis in den Vormittag; er nimmt den Fernblicken die Tiefe, tut den nahen Formen aber gut.

    Auf der Rückfahrt stehen an den Kreisverkehren die Windspiele von César Manrique. Sie sind aus dem fahrenden Bus heraus ein undankbares Motiv und aus dem Stand ein gutes — wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, kann anhalten.

    Weiße Skulptur von César Manrique auf Lavagestein an einem Kreisverkehr auf Lanzarote
    Windspiel von César Manrique aus Metallringen über einer Straße in Arrecife, Lanzarote

    Was ich beim nächsten Mal anders machen würde

    Bei einem Anlauf von 07:00 bis 14:00 Uhr würde ich denselben Ausflug wieder buchen — das Zeitfenster lässt wenig anderes zu, und die beiden Schlote sind genau der Teil der Insel, der sich zu Fuß erschließt.

    Bei einer längeren Liegezeit würde ich es umdrehen: Mietwagen am Terminal, früh los, die Wanderung vor neun Uhr, und die gewonnene Zeit in die Montaña Colorada stecken statt in den Rückweg. Der Ausflug führt am Fuß des Kegels entlang; eine Runde ganz um ihn herum wäre die bessere Version desselben Vormittags.

    Und ich würde das Besucherzentrum an den Anfang legen statt ans Ende. Die Ausstellung erklärt, was man draußen sieht — nach der Wanderung ist das eine Wiederholung, vorher wäre es eine Vorbereitung.

    Geschrieben von Jan Madeus — Bordvideograf, seit 2008 auf See. Ich gehe in denselben Häfen von Bord wie die Gäste, mit denselben paar Stunden und derselben Bordzeit. Mehr über mich.

    Quellen: Ausflugsbeschreibung und Preise: Ausflugsliste MS Amadea, Phoenix Reisen, Stand August 2026. Wegdaten: Gemeinde Tinajo, Red de Senderos Nr. 1. Eintritte und Öffnungszeiten: Centro de Visitantes de Mancha Blanca und CACT Lanzarote, geprüft Oktober 2026. Geologie: Longpré & Felpeto (2021), Muller & Longpré (2024), Purcell et al. (2022).

    Weiterlesen: Geländewagen-Safari auf Fuerteventura · Inselrundfahrt Teneriffa mit Cañadas del Teide · La Palma auf eigene Faust oder Ausflug? · Landausflüge auf eigene Faust

    30 Oktober 2026 0 comments
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