Landausflüge auf eigene Faust

Dies ist die Übersicht zu einer Serie über Kreuzfahrthäfen ohne Reederei-Ausflug, geschrieben von Jan Madeus, Bordvideograf, seit 2008 auf See. Jeder Artikel behandelt einen Hafen, den ich selbst angelaufen habe: wo das Schiff festmacht, was zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, was derselbe Tag mit und ohne Schiffsausflug kostet und wie viel Puffer bis zur Bordzeit bleiben sollte. Preise und Fahrpläne sind zum Zeitpunkt des Schreibens geprüft und in jedem Artikel datiert.

Die Häfen auf Deutsch

HafenLandVon BordHafenführer
Kirkwall, OrkneySchottlandHatston Pier mit Shuttle, kleinere Schiffe tendern in die StadtRing of Brodgar und Skara Brae mit dem Linienbus
IJmuiden (für Haarlem)NiederlandeLiegeplatz nahe der Seeschleusen, rund 30 Minuten mit dem Bus nach HaarlemHaarlem, der ruhigere Nachbar von Amsterdam
Ísafjörður (für Hesteyri)IslandLiegeplatz im Ort, Boot ab dem Hafen, rund 70 MinutenHesteyri, das verlassene Dorf in Hornstrandir

Weitere Häfen der Serie liegen bisher nur auf Englisch vor — unter anderem Stockholm, Stavanger und der Lysefjord, Honningsvåg und das Nordkap, Geiranger, Bergen, Longyearbyen, Saint Peter Port auf Guernsey, Honfleur, Rye ab Dover, Buckler’s Hard ab Portsmouth, Totnes ab Plymouth und die Isles of Scilly. Die vollständige Liste steht auf der englischen Seite Cruise Ports on Your Own. Welche davon als Nächstes auf Deutsch erscheinen, entscheidet die Nachfrage — Wünsche gern an info@madeus.org.

Was jeder Hafenführer beantwortet

  • Wo das Schiff liegt — Pier, Tender oder Shuttle, und wie weit das vom ersten sehenswerten Punkt entfernt ist
  • Was auf eigene Faust erreichbar ist — zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Boot, mit echten Fahrzeiten
  • Was es kostet — der Preis auf eigene Faust gegen den Preis des Reederei-Ausflugs, als Tabelle
  • Wie viel Puffer bleiben sollte — rückwärts von der Bordzeit gerechnet, nicht vorwärts vom Frühstück
  • Wo die Bilder liegen — Licht, Gezeiten und die Stellen, für die sich der Umweg lohnt

Lohnt es sich, auf eigene Faust von Bord zu gehen?

Meistens ja, und selten aus dem Grund, den man erwartet. Das Geld spielt eine Rolle — eine Archäologie-Tour auf Orkney kostet je nach Reederei 130 bis 160 £, während dieselben Steine ein Busticket kosten. Der eigentliche Unterschied ist aber die Zeit. Ein Reisebus gibt einem Steinkreis vierzig Minuten. Auf eigene Faust können Sie ihm zwei Stunden lassen — oder ihn auslassen und stattdessen bei Ebbe im Hafen bleiben.

Was Sie aufgeben, ist die Garantie. Das Schiff wartet auf seine eigenen Ausflüge, nicht auf Sie. Jeder Artikel dieser Serie sagt klar, wo dieses Risiko real ist und wo nicht.

Wie viel Puffer bis zur Bordzeit?

Als Faustregel: mindestens eine Stunde, wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind und der Weg zurück mehrere Verbindungen bietet. Anderthalb Stunden, wenn Sie von einer einzelnen Busverbindung oder einem einzelnen Boot abhängen. Zwei Stunden, wenn der letzte Rückweg des Tages der einzige ist, der Sie rechtzeitig zurückbringt.

Rechnen Sie immer von der Bordzeit rückwärts, nicht vom Frühstück vorwärts — und behandeln Sie die letzte planmäßige Verbindung als nicht existent. Liegt das Schiff an einem Pier außerhalb der Stadt, kommt die Shuttlezeit dazu; an Tagen mit zwei Schiffen frisst allein die Warteschlange gern eine halbe Stunde.

Was passiert, wenn man das Schiff verpasst?

Bei einem Reederei-Ausflug organisiert und bezahlt die Reederei in aller Regel die Weiterreise zum nächsten Hafen, wenn sich der Ausflug verspätet. Auf eigene Faust tragen Sie Organisation und Kosten selbst: Fahrt oder Flug zum nächsten Anlaufhafen, Übernachtung, im Zweifel auch die Beschaffung von Pass und Gepäck, die an Bord geblieben sind.

Das ist der ganze Aufpreis des Reederei-Ausflugs — eine Versicherung, kein besseres Erlebnis. Ob sie sich lohnt, hängt am Hafen: In einer Stadt mit dichtem Nahverkehr und kurzen Wegen ist sie fast nie nötig. Bei einem Ziel, das zwei Busstunden landeinwärts liegt und dreimal am Tag angefahren wird, kann sie vernünftig sein.

Welche Häfen sich nicht auf eigene Faust eignen

Häfen, deren Sehenswürdigkeit weit im Landesinneren liegt, in denen der Nahverkehr dünn oder saisonal ist, oder bei denen der Anlauf nur vier oder fünf Stunden dauert. In diesen Fällen sagen die Artikel das, statt so zu tun, als ginge alles. Kirkwall außerhalb der sommerlichen Bussaison ist ein Beispiel: Ohne vorbestelltes Taxi sind die Steinzeitstätten kein sicherer Plan. Hesteyri in Island ist ein zweites: Dort hängt alles an einem einzigen Boot.

Wer das hier schreibt

Ich arbeite seit 2008 als Bordvideograf auf Kreuzfahrtschiffen, zuletzt auf der MS Amadea. Das heißt: Ich gehe in denselben Häfen von Bord wie die Gäste, mit denselben paar Stunden und derselben Bordzeit — nur mit Kamera und Abgabetermin. Die Fotos in den Artikeln sind meine eigenen und am beschriebenen Tag entstanden. Mehr über mich.

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