Lagoa do Fogo ab Ponta Delgada: ein halber Tag am Vulkan

by Jan Madeus
View from the Miradouro de Santa Iria over fields, a village and the north coast of São Miguel

Besucht: 30. September 2026, bei einem Anlauf der MS Amadea in Ponta Delgada. Abfahrt am Terminal gegen 9.20 Uhr, zurück am Schiff um 13.30 Uhr. Preise und Öffnungszeiten im Oktober 2026 geprüft — vergleichen Sie sie vor der Reise mit den verlinkten Quellen.

Die Lagoa do Fogo füllt die innere Caldera des Vulkans Água de Pau in der Mitte von São Miguel: rund dreißig Meter tief, seit 1974 unter Naturschutz, kein Haus am Ufer, keine Straße hinunter. Wer an den See will, geht zu Fuß. Drei weitere Stationen liegen an derselben Bergflanke und ergeben zusammen einen halben Tag: die Thermalbecken von Caldeira Velha, die Teeplantage Gorreana und der Aussichtspunkt Santa Iria über der Nordküste. Ab dem Kreuzfahrtterminal Portas do Mar sind das gut vier Stunden — unsere Runde dauerte von 9.20 bis 13.30 Uhr.

Lagoa do Fogo auf einen Blick

WoInnere Caldera des Vulkanmassivs Água de Pau, Mitte von São Miguel
TiefeRund 30 Meter
SchutzstatusSeit 1974 geschützt; heute Schutzgebiet der Serra de Água de Pau mit rund 1.670 Hektar im Parque Natural da Ilha de São Miguel, zugleich Natura-2000-Gebiet
BadenNicht erlaubt
AussichtspunktMiradouro da Serra da Barrosa auf 899 m; der Gipfel darüber, der Pico da Barrosa, misst 947 m
Zum Ufer hinunterSteiler Trampelpfad vom Miradouro, rund 20 Minuten je Richtung. Der amtliche Rundweg PRC02SMI ist 12 km lang und dauert etwa vier Stunden.
Anfahrt im SommerIn der Hochsaison ist die Straße für den allgemeinen Verkehr gesperrt, stattdessen fährt ein Shuttle (2025: 15. Juni bis 30. September, 5 €). Für 2026 war der Fahrplan bei Redaktionsschluss nicht veröffentlicht.
Caldeira VelhaBecken zwischen rund 25 und 38 °C. Im Oktober täglich 9–18.30 Uhr. 10 € mit Thermalbecken, 3 € ohne, Schließfach 2 €. Zeitfenster, online buchbar.
Chá GorreanaEintritt frei, Rundgang frei, Teeprobe frei. 1883 gegründet, bis heute in Familienhand.
Miradouro de Santa Iria221 m über der Nordküste
ZeitbedarfGut vier Stunden für alle vier Stationen, ohne Eile — unsere Runde lief von 9.20 bis 13.30 Uhr

Was 1563 wirklich passierte

Der Name kommt vom Feuer. Am 28. Juni 1563 begann in der Caldera eine plinianische Eruption, die bis zum 26. Juli dauerte; Erdbeben gingen ihr voraus und begleiteten sie, die Aschesäule stand über dem Atlantik. Ab dem 2. Juli öffnete sich an der Nordwestflanke ein zweiter Schlot, der Cerro Queimado, dessen Lavastrom bei Ribeira Grande die Küste erreichte. Im Februar 1564 folgte ein weiterer Ausbruch in derselben Caldera.

Was 1563 nicht geschah: Der Krater ist nicht damals eingestürzt. Die innere Caldera ist rund fünfzehntausend Jahre alt, die äußere dreißig- bis fünfundvierzigtausend. Der Ausbruch hat das Becken mit Asche und Bims gefüllt — gegraben hat er es nicht.

Die Lagoa do Fogo in der inneren Caldera des Vulkans Água de Pau unter tiefen Wolken, São Miguel
Einzelner Baum als Silhouette über dem hellen Wasser der Lagoa do Fogo im Morgendunst, Azoren

Wie man zur Lagoa do Fogo kommt

Von Ponta Delgada führt die Straße nach Norden und steigt sofort an: Weiden, Hortensienhecken, Kühe, dann Wolken. Nach gut zwanzig Minuten steht man auf dem Kamm der Serra de Água de Pau.

Die Einschränkung, die man vorher kennen sollte: In den Sommermonaten ist der Abschnitt zwischen Caldeira Velha und der Casa da Água für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Besucher fahren stattdessen mit einem Hop-on-Shuttle zum Aussichtspunkt — 2025 vom 15. Juni bis 30. September, täglich, für 5 €, mit kostenlosen Parkplätzen an der Caldeira Velha und der Casa da Água; der Parkplatz am Miradouro selbst ist Veranstaltern, Taxis und Inselbewohnern vorbehalten. Für 2026 wurde der Vertrag erst im Juli freigegeben, und der Fahrplan lag bei Redaktionsschluss nicht vor. Prüfen Sie das für Ihr eigenes Datum, statt sich auf die Zahlen von 2025 zu verlassen.

Zum Wasser hinunter führt vom Miradouro ein steiler, loser Pfad, rund zwanzig Minuten je Richtung. Der amtlich markierte Rundweg PRC02SMI Praia — Lagoa do Fogo misst zwölf Kilometer und dauert etwa vier Stunden — ein Wandertag, kein Hafentag. Baden im See ist nicht erlaubt.

Wolken ziehen über den grünen Kamm der Serra de Água de Pau mit den Sendemasten auf dem Gipfel, São Miguel
Blau-weißes Azulejo-Schild im Asphalt mit der Aufschrift Miradouro da Lagoa do Fogo, Azoren

Der Aussichtspunkt und die Wolke, die meistens da ist

Das Miradouro da Serra da Barrosa liegt auf 899 Metern; der Gipfel darüber, der Pico da Barrosa, misst 947 Meter und trägt die Sendemasten der Insel. An klaren Tagen sieht man von hier die Nord- und die Südküste São Miguels gleichzeitig.

Klare Tage sind selten. Die Wolke, die an diesem Kamm hängt, hängt hier meistens — und das ist keine Randnotiz, sondern die wichtigste Planungsinformation des Tages: Das Wetter auf neunhundert Metern hat mit dem Wetter am Kai wenig zu tun. Wer die Aussicht als einzigen Grund für die Fahrt nimmt, fährt ein Risiko mit.

Caldeira Velha: dieselbe Wärme, nur langsamer

An der Nordflanke desselben Bergs, wenige Kilometer vom See entfernt, kommt die Hitze nicht als Lava an die Oberfläche, sondern als Wasser. Caldeira Velha ist eine Folge von Becken unter Baumfarnen: die Quelle selbst um 32 °C, das von Fumarolen geheizte Becken bis etwa 38 °C, das Becken unter dem Wasserfall kühler bei 25 bis 28 °C. Die braune Farbe ist Eisen — es gilt als dauerhafter Fleck auf Badekleidung. Nehmen Sie etwas mit, um das es nicht schade ist.

Der Ort ist Naturdenkmal mit Besucherzentrum und wird entsprechend gesteuert. Im Oktober täglich von 9 bis 18.30 Uhr, im Sommer bis 20.30, im Winter bis 17 Uhr. Das volle Ticket mit Thermalbecken kostet 10 € (5 € für 7- bis 14-Jährige und ab 65), der Besuch ohne Baden 3 €, ein Schließfach 2 €, Kinder unter sechs frei. Der Einlass läuft über Zeitfenster, die online über die Ticketseite der Naturparks gebucht werden — genau das übersehen die meisten Tagesgäste. An einem Kreuzfahrttag kommt man hier nicht einfach vorbei.

Badegäste steigen in den warmen, eisenbraunen Bachlauf der Caldeira Velha zwischen hohen Baumfarnen, São Miguel
Mann steht unter dem Wasserfall der Caldeira Velha, dahinter dunkles Vulkangestein und Farne

Chá Gorreana: was die Orangen ersetzte

Mitte des 19. Jahrhunderts vernichtete ein Schädlingsbefall die Orangenkulturen São Miguels — bis dahin der wichtigste Exportartikel der Insel; um 1864 war der Handel praktisch erledigt. Als Ersatz wurde der Teeanbau gefördert, und 1878 holte man zwei Fachleute aus Macau: Lau-a-Pan, einen Teemeister, und Lau-a-Teng, einen Dolmetscher. Mehrere Fabriken entstanden. Eine davon, 1883 von Ermelinda Pacheco Gago da Câmara gegründet, arbeitet bis heute: Gorreana.

Sie ist die älteste noch produzierende Teeplantage Europas, geführt in der fünften Generation derselben Familie. Ein Teil der Maschinen läuft seit der Jahrhundertwende. Rund vierzig Tonnen im Jahr, ohne Pestizide — die Insel liegt zu isoliert für die Schädlinge, gegen die man sie bräuchte.

Eintritt frei, Rundgang durch die Fabrik frei, Führung frei, Tee im Café frei. Für eine Station auf einem bezahlten Ausflug ist das ein ungewöhnlicher Satz.

Geschwungene Reihen der Teeterrassen von Gorreana aus der Höhe gesehen, São Miguel, Azoren
Besucher gehen an der langen Trocknungsmaschine in der Teefabrik Gorreana vorbei, São Miguel

Miradouro de Santa Iria: der Hang, an dem es entschieden wurde

Die letzte Station liegt 221 Meter über der Bucht, mit den Teefeldern darunter und der Nordküste nach beiden Seiten.

An diesen Hängen schlugen Anfang August 1831 liberale Truppen, von Terceira herübergebracht und vom Conde de Vila Flor geführt, die miguelistische Garnison São Miguels — die Batalha da Ladeira da Velha bei Porto Formoso. Portugiesische Quellen datieren sie auf den 3. August, die englischsprachige Darstellung auf den 2. Damit war der gesamte Archipel in liberaler Hand und wurde zum Sprungbrett für die Landung auf dem Festland im Jahr darauf. Der Absolutismus in Portugal endete drei Jahre später, mit der Konvention von Évora Monte 1834.

Das warme Wasser, der Boden unter dem Tee, dieser Blick — alles stammt aus demselben Berg. Eine Insel, die von dem lebt, was sie einmal begraben hat.

Schwarzer Sandstrand und Brandung unter grünen Feldern an der Nordküste von São Miguel, von oben gesehen
Steilküste und Atlantik vom Miradouro de Santa Iria an der Nordküste São Miguels

Vom Kreuzfahrtschiff: was in vier Stunden geht

Die Schiffe liegen am Kreuzfahrtterminal Portas do Mar, das in die Uferfront von Ponta Delgada gebaut ist. Von der Gangway sind es rund 200 Meter bis zum Hafentor und weitere 350 Meter ins Zentrum — kein Shuttle, weil es nichts zu shutteln gibt. Der Handelshafen zwei Kilometer weiter nimmt Fracht, keine Passagiere.

Das ist der erste Grund, warum sich hier ein eigener Tag lohnt: Man startet mitten in der Stadt, mit Taxis am Tor und Mietwagenschaltern in Gehweite, statt auf einem Industriekai.

Mit Mietwagen oder Taxi ist die Runde unkompliziert: hinauf auf den Kamm, über die Nordseite zur Caldeira Velha, weiter nach Gorreana und Santa Iria, an der Küste zurück. Die Straßen sind gut, die Entfernungen klein. Die Komplikation ist die sommerliche Straßensperrung oben — deshalb ist der Reederei-Ausflug hier ausnahmsweise nicht nur eine Bequemlichkeit: Er hat die Genehmigung und den Parkplatz. Wer selbst fährt, sollte eine Stunde vor Bordzeit zurück sein, anderthalb, wenn irgendein Teil des Tages am Shuttle hängt.

Fotonotizen

Der See ist ein Lichtproblem, kein Bildproblem. Er liegt in einem Becken mit einem fast tausend Meter hohen Rand, also ist er den halben Tag entweder flach grau unter Wolken oder ausgebrannt dort, wo die Sonne hinkommt. Das beste Bild hatte einen Vordergrund — ein einzelner Baum gegen das helle Wasser —, weil dem See allein der Maßstab fehlt.

An der Caldeira Velha machen die Baumfarne die Arbeit: nach oben in sie hineinfotografieren, mit den Menschen klein darunter, statt quer über die Becken. Und die Teeterrassen in Gorreana lohnen den Weg aus der Fabrik heraus — von oben lesen sich die geschwungenen Reihen als Muster, vom Parkplatz aus als gar nichts.

Quellen: Smithsonian Global Volcanism Program — Água de Pau · Parques Naturais dos Açores — Caldeira Velha · Turismo dos Açores — Caldeira Velha · Miradouros dos Açores — Santa Iria · Chá Gorreana — Geschichte · Azores Cruise — Ponta Delgada · Visit Azores — Lagoa do Fogo

Mehr dazu: Alle Landausflüge auf eigene Faust · Horta auf eigene Faust · Praia da Vitória auf eigene Faust · Mehr von den Azoren

Geschrieben von Jan Madeus — Bordvideograf, seit 2008 auf See. Ich gehe in denselben Häfen von Bord wie die Gäste, mit denselben paar Stunden und derselben Bordzeit. Mehr über mich.

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