Besucht: September 2026, mit der MS Amadea. Alle Bilder sind meine eigenen, aufgenommen an diesem Tag.
In Horta liegt das Schiff längsseits, rund 500 Meter vom Ortszentrum entfernt — man geht von der Pier und ist da. Der Grund, warum die meisten den Ort trotzdem verlassen, heißt Capelinhos: der Vulkan an der Westspitze von Faial, gut 40 Minuten Fahrt entfernt. Für Hin- und Rückweg samt Gelände sollte man drei Stunden rechnen. Öffentlicher Verkehr existiert, taugt aber kaum für eine Liegezeit. Praktisch bleiben Taxi, Mietwagen oder der Reederei-Bus.

Wo liegt das Schiff in Horta?
An der Kreuzfahrtpier auf der Südseite des Hafens, hinter der langen Mole. Die Liegelänge beträgt rund 270 Meter und nimmt Schiffe bis etwa 230 Meter längsseits, bei knapp neun Metern Wassertiefe. Ein Schiff unserer Größe passt bequem. Größere Einheiten oder ein bereits belegter Hafen bedeuten ankern und tendern; kleinere Schiffe gehen mitunter an die Handelspier, die rund 2 km vom Zentrum entfernt liegt.


Von der Pier sind es zehn Minuten ebener Fußweg am Yachthafen vorbei in den Ort. Ein Shuttle ist nicht nötig und wird meist auch nicht angeboten. Horta ist einer der bequemsten Häfen der Azoren.
Wie kommt man von Horta zum Vulkan Capelinhos?
Reederei-Bus. Das war mein Weg. Abfahrt am Vormittag, nach rund 40 Minuten waren wir am Gelände — die Straße führt über die Inselmitte und auf der anderen Seite wieder hinunter. Pro Person kostet er mehr als ein geteiltes Taxi, und er kauft das, worauf es bei dieser Strecke ankommt: jemanden, der auf die Uhr schaut.
Taxi. Ein Pkw braucht etwa eine halbe Stunde. Die Fahrer nennen Preise in der Größenordnung von 40 bis 50 Euro pro Strecke. Preis und Abholzeit vor dem Einsteigen vereinbaren — am Capelinhos gibt es nichts, womit sich Wartezeit füllen ließe, und kein vorbeifahrendes Taxi zum Heranwinken.
Mietwagen. In Horta buchbar und zu zweit oder zu dritt die beste Rechnung, weil sich die Caldeira — der 400 Meter tiefe Gipfelkrater der Insel — auf dem Rückweg ohne Aufpreis mitnehmen lässt.
Linienbus. Es fährt eine Landlinie von Horta Richtung Capelo und Capelinhos, aber nur wenige Male am Tag, und der Fahrplan richtet sich nach Einwohnern und Schulzeiten, nicht nach Schiffsanläufen. Vorher den aktuellen Plan prüfen. Wer die Rückfahrt verpasst, hat keine zweite.
Wie auch immer: 45 bis 60 Minuten vor Bordzeit zurück an der Pier sein.
Was man am Capelinhos zu sehen bekommt
Der Busparkplatz liegt oberhalb des Geländes, von dort geht alles bergab. Ein abgesteckter Weg aus festgetretener Asche führt über den Rücken zum Leuchtturm; der Untergrund ist stellenweise locker, Schatten gibt es nirgends. Feste Schuhe, keine Sandalen. An unserem Tag kam der Wind direkt vom Atlantik, ohne dass zweitausend Kilometer lang etwas davorstand.

Links und rechts des Weges liegen Reste von Häusern — niedrige Mauern, ein Türsturz, eine Hausecke im Gras. Rund dreihundert Häuser wurden hier zerstört, weit über tausend beschädigt; etwa zweitausend Menschen mussten weg.


Eine Runde ohne Hetze — Weg, Leuchtturm, die Blicke über den Kegel und das Museum — dauert etwa zwei Stunden. Eine Stunde reicht bei kurzer Liegezeit, wenn man das Museum auslässt. Aber genau da zu sparen ist falsch.
Warum der Boden jünger ist als der Leuchtturm, der darauf steht
Am 27. September 1957 begann wenige hundert Meter vor dieser Küste das Meer zu kochen. Der Ausbruch fing unter Wasser an, und wo heißes Magma auf Meerwasser trifft, fließt es nicht — es explodiert. Aschesäulen stiegen auf rund 1.450 Meter. Der Ausbruch lief dreizehn Monate, bis Oktober 1958, und warf etwa 174 Millionen Kubikmeter Material aus.
Zuerst wuchs eine Insel aus dem Wasser. Dann spülte das Meer sie weg. Dann kam sie wieder. Am Ende hatte sich das neue Land an die Westspitze Faials geschweißt, und die Insel war 2,4 Quadratkilometer größer als vorher. Gestorben ist niemand.

Der Leuchtturm ist das Maß dafür. Baubeginn 1894, in Betrieb seit 1903 — ein Steinturm von zwanzig Metern, damals auf einer Landzunge mit dem Meer davor. Im Frühjahr 1958 stand die Asche in seinem Hof sieben Meter hoch. Abgeschaltet wurde er im November 1957, und er hat nie wieder geleuchtet.
Von den 2,4 Quadratkilometern, die der Ausbruch hinzufügte, ist heute noch etwa ein Viertel übrig. Den Rest holt sich der Atlantik zurück. Siebzig Jahre später wächst darauf fast nichts.
Das Museum unter dem Aschefeld
Das Centro de Interpretação do Vulcão dos Capelinhos ist bewusst unterirdisch gebaut, damit von oben nichts davon die Landschaft stört. Man geht eine lange Rampe hinunter in ein Rundfoyer von fünfundzwanzig Metern Durchmesser, getragen von einer einzelnen sich nach oben öffnenden Betonsäule, um die herum das Tageslicht hereinfällt. Der Architekt heißt Nuno Ribeiro Lopes. Von außen ist praktisch nichts zu fotografieren, und genau das ist der Punkt: Das Gebäude stellt sich nicht vor das, wofür man gekommen ist.


Weiter als bis zur Halle und dem Film über den Ausbruch bin ich nicht gekommen — für die Ausstellungsräume reichte die Buszeit nicht. Dahinter behandelt das Zentrum die Entstehung des Archipels, Vulkanismus anderswo auf der Welt und die Leuchttürme der Azoren, und am Ende des Rundgangs steht der Aufstieg auf den Leuchtturm, der im Ticket enthalten ist.
Öffnungszeiten 2026. 1. April bis 31. Oktober täglich 10:00–18:00 Uhr. 1. November bis 31. März Dienstag bis Samstag und an Feiertagen 9:00–17:00 Uhr, sonntags und montags geschlossen. Letzter Einlass eine Stunde vor Schluss. Bei schlechtem Wetter kann kurzfristig geschlossen werden.
Porto do Comprido, unterhalb des Weges
Unten am Wasser liegt der Porto do Comprido. Bis September 1957 war das nach der Beschreibung des Naturparks die größte und ertragreichste Walfangstation der Azoren — von hier liefen die offenen Ruderboote aus. Der Ausbruch beendete das in derselben Woche, in der er begann. Walfang gab es auf den Azoren noch bis 1987, als vor Pico der letzte Wal erlegt wurde. Von dieser Küste aus aber nie wieder.


Das Gesetz, das die Asche ausgelöst hat
Die Felder lagen unter Asche, die Häuser waren hin, die Arbeit war weg. Portugals Jahreskontingent für die Einwanderung in die Vereinigten Staaten lag damals bei wenigen hundert Visa.
Am 2. September 1958 brachten die Senatoren John Pastore aus Rhode Island und John F. Kennedy aus Massachusetts ein Sondergesetz durch: 1.500 Visa für azoreanische Familien. Es war das erste Mal, dass die USA ein Einwanderungsgesetz als Antwort auf eine Naturkatastrophe schrieben. 1960 wurde es um weitere 2.000 verlängert, und über den Familiennachzug lief die Bewegung noch Jahrzehnte weiter. Die Gemeinde Capelo direkt unterhalb des Vulkans verlor etwa die Hälfte ihrer Einwohner.
Wenn man in Horta bleibt
Horta ist vor allem anderen eine Segelstadt, und man sieht es an der Kaimauer: Crews, die den Atlantik queren, malen vor der Abfahrt den Namen ihres Bootes auf den Beton, und das seit Jahrzehnten, sodass die ganze Mole ein geschichtetes Bild überstandener Passagen ist. Gegenüber steht das Peter Café Sport, die Bar, von der jede Yacht im Nordatlantik gehört hat, mit einer Scrimshaw-Sammlung im Obergeschoss. Beides liegt im Zehn-Minuten-Radius vom Schiff. An klaren Tagen steht der Pico gegenüber mit dem Kegel über den Wolken — allein dafür lohnt der Gang hinaus auf die Mole.

Was ein Hafentag kostet
| Posten | 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Pier bis Ortszentrum Horta | frei | rund 500 m, eben, 10 Minuten zu Fuß |
| Taxi Horta – Capelinhos | etwa 40–50 € pro Strecke | rund 30 Minuten; Preis und Abholung vorher vereinbaren |
| Besucherzentrum, Erwachsene (15–64) | 10,00 € | Leuchtturmaufstieg enthalten |
| Besucherzentrum, 7–14 und ab 65 | 5,00 € | unter 7 Jahren frei |
| Besucherzentrum, Familie | 20,00 € | zwei Erwachsene und Kinder bis 14 |
| Gelände selbst begehen | frei | die Wege sind offen, draußen kein Ticket nötig |
Preise, die ich nicht zweifach belegen konnte, stehen hier nicht — geschätzt wird nichts.
Reederei-Ausflug oder auf eigene Faust?
Das ist einer der Häfen, in denen der Ausflug eine vertretbare Rechnung ist. Nicht weil der Capelinhos schwer zu erreichen wäre — ein Taxi schafft das —, sondern weil der Rückweg 30 bis 40 Minuten über eine einzige Straße quer durch die Insel führt und nichts dahinter ist, wenn etwas schiefgeht.
Die Rechnung im Einzelnen: Ein Taxi hin und zurück liegt bei 80 bis 100 Euro für den Wagen — unabhängig davon, wie viele mitfahren. Der Reederei-Ausflug wird pro Person berechnet; den Preis erfährt man an Bord, und an ihm entscheidet sich alles. Zu zweit ist das meist ein Nullsummenspiel, zu dritt oder zu viert ist das Taxi klar günstiger — und man steht so lange am Kraterrand, wie man will, statt dem Reiseleiter zu folgen. Der Mietwagen liegt noch darunter, sobald man die Caldeira mitnimmt, die der Ausflug in der Regel nicht anfährt.
Allein unterwegs, bei sechs Stunden Liegezeit oder weniger, oder bei schlechter Vorhersage: den Bus nehmen. Der Zeitpuffer ist in diesen Fällen mehr wert als die Differenz.
Und wer gar nicht zum Capelinhos will, bucht am besten nichts. Horta zu Fuß ist ein guter halber Tag.
Fotografieren: wo man steht, und was das Licht macht

Das Bild, wegen dem alle kommen, ist der Kegel vom Gratweg aus, der Leuchtturm klein davor, dahinter das Meer. Es funktioniert, und ich würde es nicht auslassen. Die besseren Aufnahmen am Capelinhos sind aber die nahen: die angeschnittenen Kanten der Ascheschichten, die vom Wind gekämmten Hänge, das grüne Wasser in den Buchten gegen schwarzen Fels. Die Dimension dieses Ortes ist weit schwer zu vermitteln und nah leicht.
Zum Licht: Das Gelände liegt nach Westen, der späte Vormittag — also genau die Zeit, zu der ein Reederei-Ausflug eintrifft — ist das flachste Licht, das man bekommen kann. Unter hoher Sonne wird die Asche grau und tot. Wer die Wahl hat, geht spät. Weil die wenigsten Liegezeiten das hergeben, lautet die praktische Antwort: leicht unterbelichten und den Himmel mitnehmen, statt gegen ihn zu arbeiten. Über dieser Küste tut die Bewölkung meistens etwas.
Und etwas mitnehmen, das den Staub von der Kamera hält. Asche kommt überall hin, und sie ist scharfkantig.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde
Ich habe der Landschaft fast meine ganze Zeit gegeben und dem Zentrum fast keine — die Halle, den Film, dann zurück zum Bus. Beim nächsten Mal würde ich es umgekehrt machen: erst hinunter, solange die Augen frisch sind, und dann mit der Geschichte im Kopf ins Aschefeld hinaus. Man liest das Gelände anders, wenn man weiß, was wo passiert ist.
Und ich würde den Mietwagen nehmen statt den Bus, allein wegen der Caldeira auf dem Rückweg. Sie liegt ohnehin an der Strecke, und wir sind zweimal daran vorbeigefahren.

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